Vom 09. August 2013

Schweiz: Enteignung von Bank-Kunden im Falle einer Staatspleite geregelt

Schweiz: Enteignung von Bank-Kunden im Falle einer Staatspleite geregelt © lichtkunst.73 / pixelio.de

Nach den Geschehnissen auf Zypern vor einigen Monaten hat die Schweiz als erster europäisches Land Regeln festgelegt, wie die Kunden im Falle einer Staatspleite enteignet werden können. Während damit gerechnet wird, dass andere Länder wie Deutschland in Kürze nachziehen, hat sich die Schweiz dabei weitgehend an der vor einiger Zeit veröffentlichten Blaupause von Euro-Gruppenführer Jeroen Dijsselbloem orientiert.

Zugleich entsprechen die Regeln im Wesentlichen auch dem Plan des deutschen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble, der keinen Hehl daraus macht, dass Bank-Kunden im Fall der Fälle einen Beitrag dazu leisten müssen um den Euro und damit gleichzeitig auch das weltweite Finanzsystem zu retten.

Wie die Schweizer Finanzmarktaufsicht verfügt hat, müssen bei einer Pleite Anleger mit einem Guthaben von mehr als 100.000 Schweizer Franken eine Zwangsabgabe entrichten. Gleichzeitig würden die Großbanken UBS und Credit Suisse nicht mehr, sollte eine Pleite bevorstehen.

Pikant ist der Schritt der Schweiz vor allem deshalb, weil gerade die UBS und die Credit Suisse über eine Vielzahl an wohlhabenden Kunden verfügen, was den Schluss nahe legt, dass es um das europäische Bankensystem nicht mehr wirklich gut bestellt ist. Deshalb wird den Geldinstituten nun wohl auch nichts anderes übrig bleiben als die Zinsen zu erhöhen, will man überhaupt noch größere Summen von Kunden bekommen.

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