Vom 24. Juli 2012

Geldanlage: Zinsen für Tages- und Festgeld weiterhin mau

Geldanlage: Zinsen für Tages- und Festgeld weiterhin mau Foto: Timur Emek/dapd

Spätesens mit der erneuten Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank Anfang Juli auf das historische Tief von 0,75 Prozent, sind die Hoffnungen der Sparer auf einen baldigen Anstieg der Zinsen für traditionelle Geldanlagen wie Tages- und Festgeld erst einmal wieder zerplatzt.

In Anbetracht der nach wie vor hohen Inflationsrate droht Anlegern in der Bundesrepublik unter dem Strich sogar ein Verlust an Kaufkraft, wenn das Ersparte auf einem Tagesgeldkonto geparkt wird, für das vor allem bei regionalen Filialbanken derzeit oft nicht mehr als ein Prozent Zinsen zu bekommen ist. Besser sieht es da noch bei Angeboten von Direktbanken via Internet aus, bei denen trotz der Inflation am Ende noch eine kleine Rendite bleibt.

Allerdings haben auch die überwiegend aus dem Ausland stammenden Direktbanken inzwischen ebenfalls reagieren und ihre Angebote an den Markt anpassen müsse. So hat unter anderem die lange führende Bank of Scotland in den vergangenen Monaten ihren Zinssatz für Tagesgeld schrittweise auf nur noch 2,25 Prozent gesenkt und findet sich damit nur noch im oberen Mittelfeld des Tagesgeldrankings. An der Spitze steht die noch relativ frisch auf dem deutschen Markt agierende GEFA-Bank mit derzeit immerhin noch 2,5 Prozent Zinsen per annum. Knapp dahinter liegt die niederländische MoneYou, die ihre Zinsen aber zuletzt auch von 2,75 auf 2,45 Prozent gesenkt hat.

Wer sein Geld etwas länger entbehren kann, sollte über den Abschluss eines Festgeldes nachdenken. Auf diese Weise sind deutlich höhere Zinsen möglich. Beispielsweise bietet die Credit Europe Bank für zehnjährige Festgelder 4,25 Prozent Zinsen, wobei dieser Zeitraum schon arg lang erscheint. Doch auch bei nur zwei Jahren Anlagedauer sind beispielsweise bei der Deniz Bank 3,0 Prozent per annum möglich. Bei drei Jahren bietet das selbe Geldinstitut hingegen schon 3,40 Prozent.

Ein Geheimtipp auf dem Sektor der längerfristigen Geldanlagen ist der Sparbrief der Consumer Santander Bank, der praktisch einem Festgeld entspricht. Für Laufzeiten von fünf bis acht Jahren bietet das aus Spanien stammende Kreditinstitut mit Sitz in Mönchengladbach, das der deutschen Einlagensicherung angeschlossen ist, einen Zinssatz von jeweils 4,0 Prozent, der zumindest bei fünf Jahren nicht zu toppen ist. Die Mindesteinlage für diesen Sparbrief liegt bei überschaubaren 2.500 Euro. Einzige Voraussetzung für den Abschluss des Angebots ist die vorherige Eröffnung eines sogenannten Geld-Management-Kontos, das einem Tagesgeldkonto gleichkommt und über das die Sparbrief-Anlage dann erfolgt.

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